Rechnungen aus Skandinavien

Überraschend erhielt ich heute Post aus Skandinavien. Nachdem wir mit dem Auto Mitte Dezember durch Norwegen und Schweden fuhren, war dies die Maut-Abrechnung dafür. Die norwegische Straßenverwaltung forderte über die Firma Euro Parking Collection plc, ansässig in London, etwas über 30 Euro. Darin enthalten waren viele verschiedenste Strecken sowie zweimal die CityMaut von Oslo. Die andere Rechnung stammte direkt aus Schweden. Die Swedish Transport Agency forderte einen Betrag von 0,97 Euro. Dazu fragte ich mich, ob die Verwaltungsgebühren und der Postversand mehr kosteten. Beide Rechnungen ließen sich – neben einer SEPA-Überweisung – bequem über jeweils eine Internetseite per Kreditkarte bezahlen.

Dies war dann vorerst die letzte Post aus dem hohen Norden, nachdem ich meine Noten der Universitätskurse bereits per Post erhalten hatte.

Nachtrag vom 3. Februar 2016: Es kam eine weitere Rechnung aus Norwegen. Ein Betrag von knapp drei Euro für Mautgebühren in Trondheim und Umgebung war zu bezahlen.

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Spritpreise in Hamburg

Von Sonntag bis Montag startete ich für eine kurze Fahrt nach Hamburg. Der Zweck der Reise war eine Begleitperson zu zwei Vorstellungsgesprächen zu begleiten. Die Fahrten waren jeweils wetterbedingt (Regen und Nebel) anstrengend, aber verliefen gut. An einer Hamburger Tankstelle war mein bisher günstigstes Tanken. Diesel für 91,9 Cent, Super E10 für 117,9 Cent und E5 für 119,9 Cent. Ein Cent räumte die Tankstellenkette für ADAC-Mitglieder ein und es mag teils noch etwas günstigere Tankstellen geben, aber: Der Tiefpunkt der Preise ist vorerst erreicht. Es wäre sehr erstaunlich, wenn der Rohöl-Preis noch weiter deutlich sinken würde.

In einem interessanten Zeitungsartikel las ich, dass sich Dieselkraftstoff für minimal 85 Cent und Benzin für 110 Cent verkäufen lässt. Die Energiesteuer stellt davon den Großteil dar; auf diese wird auch noch Mehrwertsteuer in Höhe von 19 % erhoben. Es wäre nun interessant zu wissen, wie günstig Kraftstoff in anderen Ländern ist. Schon im März war er in Dubai günstiger als Wasser; jetzt dürfte dies in einigen Ländern der Welt gelten.

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Wintererlebnisse

Um das Studium weiter zu verfolgen, waren inzwischen weite Anreisen zur Universität nach Darmstadt notwendig. Die vorherige Wohnung war gekündigt, als ich nach Norwegen reiste. Für ein nahezu abgelaufenes Semester sollte es sich nicht lohnen, erneut eine Bleibe zu mieten. Die Mieten sind in der Zwischenzeit auch weiter gestiegen – hochpreisig war es bereits vorher.

Auch der Winter hat inzwischen seine wirkung entfaltet: Strenger als in Norwegen erlebt setzte er meiner Heimat zu. Ich erlebte zuhause ebenso mein erstes Wintergewitter sowie starke Schneefälle. Auch heftiger Eisregen trat ein, der innerhalb von Minuten auf allem eine dicke Eisschicht erzeugte. Tage zuvor waren -15 °C knackig kalte Temperaturen. Jedoch zauberten diese Bedingungen auch schöne Anblicke: Als ich frühmorgens im Zug nach außen schaute, erzeugte Eis auf der Oberleitung grüne Blitze in der Dunkelheit. Von der Bahnstrecke schaute ich bei der Morgendämmerung aus dem Fenster in eine Neubausiedlung. Aus den Kaminen der Ein- und Mehrfamilienhäuser stieg der Rauch aus den Schloten – aus jedem Schlot. Ein herrliches Bild während der Reise mit dem Zug.

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Kurzer Trip nach London

Die Erlebnisse von Norwegen waren langsam verarbeitet und die Weihnachtsfeiertage hinter mir. Ein kurzer Trip – so war die Idee – könnte vor Beginn der Vorlesungen gemacht werden. Große Entfernungen waren damit nicht möglich; viele europäische Ziele blieben übrig. Nach vielen Überlegungen wurde London als Ziel auserkoren.

Am Sonntag, den 3. Januar, startete die Tour mit einer langen Busfahrt vom Flughafen Köln/Bonn. Anfangs war der Bus leer, aber füllte sich auf den Unterwegshalten in Brüssel und Gent, die einen netten Nachtblick auf jene Städte brachten. Mit knapp 90 Passagieren war der Bus komplett gefühlt, als wir die Grenzkontrolle erreichten. Lange Zeit verging bis wir als Passagiere des Busses an der Reihe waren. Mit Reisepass und/oder Personalausweis ausgestattet wurde die „Ausreisekontrolle“ aus Frankreich erledigt, bevor für uns die Einreise in das Vereinigte Königreich anstand. Eine lange Schlange wartete bereits zu solch früher Morgenstunde auf die Kontrolle. Viele füllten Zettel mit den Daten ihrer Ankunft und ihres Aufenthaltes auf. Brauchte ich auch eine? Zwar war „non-EU“ nur erwähnt, aber klare Anweisungen fehlten: Ungewissheit in der anonymen Atmosphäre am frühen Morgen. Der Bus würde nicht lange auf mich warten, falls es Probleme gibt – dachte ich. Die Erlösung des bangen Gefühls kam durch den Grenzpolizisten, der mich durchgewunken hatte. Im Nachhinein ließ sich feststellen, dass wir als Europäer an diesem Morgen eher die Minderheit bildeten, derer die die Grenzen passieren wollten. Umgeben waren wir von vielen außereuropäischen Staatsbürgern, von denen viele eine Europarundreise zu machen schienen. Der Bus fuhr auf die große Fähre.

Vom Außendeck ließ sich beobachten, wie wir langsam den Hafen verließen und die Lichter des Festlandes immer kleiner wurden. Währenddessen begann ein schier unendlicher Schwarm von tausenden Möwen an uns vorbei zu ziehen. Ein schöner und beruhigender Anblick, wie sie sichtlich entspannt auf dem Luftpolster segelten.

Innen waren alle Sitzplätze von den Passagieren zu Schlafplätzen umgewandelt worden. Überraschend: Viele Passagiere tranken Bier und Schnaps auf dem Außendeck. Und das zu dieser frühen Uhrzeit. Verstanden habe ich dies nicht. Die Atmosphäre war anrüchig und ungewohnt.
In England erlebte ich von der Weiterfahrt nicht viel. Ein endlich ersehntes Schläfchen setzte ein, obwohl ich gerne die Landschaft gesehen hätte. Der Bus fuhr in die Victoria Coach Station ein, der Endhaltestelle.

An der nahen U-Bahn-Station gab es dann die „Oyster-Card“ für den Nahverkehr. Per Metro war die Unterkunft gut zu erreichen. Nach kurzer Pause sollte erstmals die Stadt erkundet werden, so war der Plan. Aber die Busfahrt war zu ermattend. Im Gegensatz zur Ukraine-Fahrt war die Fähre das Hindernis für besseren Schlaf. So blieb es an diesem Tag nur für Einkäufe im Supermarkt und einer fußläufigen Besichtigung des umgebenden Stadtviertels, Acton, im Westen von London. Dieses zeigte sich direkt von seiner multikulturellen Seite mit arabischen Frisören oder polnischen Feinkostläden. Damit war das Tagespensum erreicht und Erholung für Auge und Geist waren nötig.

Die nächsten beiden vollen Tage standen ganz im Zeichen von einer Stadtbesichtigung und davon, die Stadt zu erleben. Besonders auffallend war, dass jeder Stadtteil ein ganz anderes Flair an Menschen hat. In der City war es die Mischung von Geschäftsleuten und Bauarbeitern – kontrastreicher geht es kaum. So wurden in dem Stadtteil neben den bestehenden faszinierenden Hochhäusern noch zahlreiche weitere Projekte umgesetzt. In der Nähe begeistert der Blick der St. Paul’s-Kathedrale. Zwar müssen dafür viele, teils enge Treppenaufgänge überwunden werden, jedoch ist der Blick aus nahezu 100 m dies in jedem Falle wert.

Im Stadtteil Campen Town wurden viele alternative Lebensstile deutlich. Neben einer Art türkischem Basar, einem internationalen Essensmarkt, sowie vielen Tattoo-Läden waren die Menschen anders, als sonst in London. Am einprägsamsten war das Geschäft „Cyberdog“. Als kulinarischen Höhepunkt stand einmal „Fish-n-Chips“. Original mit Zeitungspapier als Unterlage der Pappbox. Gestärkt wurde der Fußweg fortgesetzt. Eine Demonstrations-Zug setzte sich gegen die stetig steigenden Mieten und für Wohnraum für alle ein. Ein Thema, welches viele Londoner betrifft.

Zum Transport: Per U-Bahn, der sogenannten „Tube“ ließ sich diese riesige Stadt gut erkunden. Sofern man sich auf dem komplexen Netzplan zurechtfindet, steht einem London offen. Die Verzögerungen der Über- und Untergrundbahnen sind ein Teil der Erfahrung. Oft steht der Zug für einige Minuten auf der Strecke wegen Signalstörungen oder ähnlichem. Den Besucher wundert es nicht, da ein Kabel-Wirrwarr die Strecken begleitet. Ein anderes gutes Mittel war die Benutzung der typischen roten Doppeldeckerbusse. Auch wenn der Verkehr in London sehr langsam fließt, begeisterte die gute Aussicht in der oberen Etage und ließ die Stadt aus der Beobachterperspektive vorbeiziehen. Auf lediglich einer Linie verkehren die historischen Routemaster-Busse, die das Original des Londoner Nahverkehrs darstellen.

Nach reichhaltigem Erleben startete am 6. Januar der Flughafenbus vom Victoria Busbahnhof. Auf dem Flughafen London-Stansted sollte eine Nacht folgen – der Garant für das rechtzeitige Erreichen des morgendlichen Heimfluges mit Ryanair. Zahlreiche Menschen sammelten sich ab 11 Uhr in dem Flughafengebäude. Als um 3:30 Uhr die Kontrollen öffneten strömten alle dorthin. Im öffentlichen Bereich des Flughafens gab es fast keine Sitzgelegenheiten. Der Sicherheitsbereich hingegen: Ein zehnminütiger Fußweg führte an allerlei Duty Free-Läden vorbei, bevor ein angenehmer Wartebereich zu einem Schläfchen einlud. Um 7 Uhr startete der Check-In. Nach einem angenehmen und recht leeren Flug war Deutschland wieder erreicht. Vom Flughafen Köln/Bonn fuhr der Zug wieder nach Hause. Perfide: Der Bus zum Flughafen war etwas und der Zug nach Hause fast doppelt so teuer, wie der Flug mit Ryanair.

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Ende der fünftägigen Fahrt; Heimkehr nach fünf Monaten

Schon früh mussten wir aufstehen. Die letzte Etappe der fünftägigen Reise stand an: Im Hostel verabschiedeten wir die Niederländerin. In Kassel verabschiedete ich den anderen Mitreisenden, der von dort per Zug nach Bayern reiste. Nach weiteren zwei Stunden erreichte ich mein Zuhause. Einiges an Anspannung viel ab, da die 2000 km-Fahrt ohne Zwischenfälle und Vorkommnisse verlief. Ausgeladen und geputzt waren die Spuren von Norwegens Straßen sichtbar. Spuren von Abenteurn oder eben der normale Verschleiß eines Wagens. Das war nun das Ende von einem Austauschsemester. Aufregend, herausfordern und interessant wegen Landschaften und Menschen. Unvergessen und in vielen Bildern und Videos festgehalten.

Bei einem Spaziergang zwei Tage nach meiner Ankunft nahm ich den angenehmen Geruch von Holz war, als ein Harvester einen Wald rodete. Allgemein: Beim Anblick der bekannten Landschaft war das Gefühl der Heimat wieder da – einfach schön. In den sozialen Netzwerken finden noch die letzten „Auszugsverkäufe“ in Trondheim statt, die seit zwei Wochen die entsprechende Gruppen für Verkäufe flutet. Abgeschlossen wurde der Aufenthalt mit einem Artikel in der Zeitung, welcher anschaulich und treffend das erlebte beschreibt. Er erschien am letzten Tag des Jahres 2015 und kann unter Presse nachgelesen werden.

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Etappe: Kopenhagen–Hamburg, volle Großstadt

Gerne hätte ich noch den innerstädtischen Vergnügungspark, den Tivoli sowie das Wahrzeichen der Stadt, die kleine Meerjungfrau, gesehen, aber die Zeit war knapp. In das Heimatland fahren, so war das Tagesziel gesetzt. Mit teils flotten 130 km/h passierten wir die dänische Landschaft und die Lkws der rechten Spur, bis wir die Fähre in Rødby erreichten. Auch wenn es teurer als die 160 km-Umfahrung über das Festland war, bestand ich auf diese Route: In einem Jahrzehnt wird die Fähre von einem Absenktunnel ersetzt worden sein. Und zum letzten Mal das Erlebnis einer Fähre, nachdem das Auto in Norwegen einige Fahrten im Bauch eines Schiffes „erlebt“ hatte.

Die See war (zu) ruhig und die Fähre kaum ausgelastet. Ein Kameramann filmte mich, da ich als einer der ganz wenigen auf dem Außendeck der Fähre in die Ferne schaute. Wofür die Aufnahmen war, das werde ich wohl nie erfahren.

Wir erreichten Deutschland – erneut, ohne Grenzkontrollen gesehen zu haben. Im erstbesten Supermarkt freuten wir uns riesig über die bezahlbaren (Lebensmittel-)Preise. Später folgte am Geldautomat wieder der Euro samt dem neuen Zwanziger.

In Hamburg war der Stadtverkehr bisher am dichtesten; der wolkenverhangene Himmel verdunkelte die Stadt. Und nicht nur viele Autos waren unterwegs; es war schwer, durch die Menschenmassen der Promenaden und Plätze zu gelangen. Unsere Tour führte vom Hauptbahnhof über das Rathaus sowie verschiedene Weihnachtsmärkte, durch Einkaufsstraßen zur Elbe. Bereits zuvor war ich in Hamburg, aber nun konnte ich die Speicherstadt als Weltkulturerbe besichtigen. Auf der Reeperbahn war es sehr ruhig – eines Wochenendes sah es hier ganz anders aus. Über Sankt Pauli erreichten wir wieder unsere Unterkunft. Nach einigen Gesprächen mit anderen kennengelernten Gästen des Hostels war der Tag auch vorbei.

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Etappe: Göteborg–Kopenhagen, Fahrradfahrer, Drogenverkauf und Weihnachtsessen

Die Fahrt startete morgens direkt. Wir wurden besser im „Tetris-Spielen“. Obwohl das Gepäck das gleiche blieb, wurde es etwas geräumiger. Während die flache Landschaft vorbeizog, bereiteten meine Mitfahrer ihr Frühstück zu. Das Auto war so beladen, dass nur hinten rechts ein freier Sitzplatz war. Mit Kissen und Bettdecke aus Trondheim war dieser sehr bequem. Wer dort saß, schlief oder ruhte meistens weich gebettet. Mit großen Lebensmitteltüten zu seiner linken konnte dort auch ausgiebig gegessen werden. So waren auf diesem Platz die Augen meist geschlossen, vorne rechts offen und vorne links mit Sonnenbrille versehen. Sonne und Nebel wechselten sich ab.

Außer ein paar Gebäuden, die wie Ufos aussahen, war wenig zu sehen. Inzwischen war ein reger Lkw-Verkehr auf der ansonsten recht leeren Autobahn unterwegs.

An der Mautstation wurde für die Öresundverbindung nach Dänemark kassiert und schon ging es über eine hohe Brücke und einen Unterwassertunnel in das nächste Land. Erneut entgegen meiner Erwartung ohne Grenzkontrollen, von denen ich in den Medien gelesen hatte. Mit Windrädern auf beiden Seiten, dichter Bebauung und den Kopenhagener Flughafen empfind uns die Hauptstadt Dänemarks. Weniger der Verkehr, mehr die komplexe Wegfindung sowie die vielen Fahrradfahrer machten die Ankunft am Hostel zu einer Herausforderung. Einer blieb am Auto und zwei organisierten die Schlüssel (bzw. Zugangskarte) für das Zimmer. Das Auto wurde wieder geparkt und wir freuten uns auf die Stadt. Zufällig startete zu unserer Ankunftszeit eine geführte Stadttour. Die beiden wichtigsten Lektionen dabei: Vorsicht vor den tödlichen Fahrradfahrern und „Christian, der Vierte“. Und wirklich: Die Radler passierten die Straßen zahlreich und in hohem Tempo und hinter dem genannten König steckten viele Begebenheiten zu der Stadt.

Dass ausgerechnet an diesem Tag war die Feuerwehr im Einsatz, denn, so erzählte uns der kompetente australische Stadtführer, Kopenhagen brannte mehrmals nieder. Das Flair der Stadt gefiel sehr mit ihren Kanälen und historischen Gebäuden. Passiert wurde auch das Verteidigungsministerium. Aus dem weit geöffneten Tor verließ eine Mitarbeiterin per Fahrrad das Gelände und durch die Scheiben konnte man gut in die Büros blicken. „Willkommen in Dänemark“, dachte ich und erinnerte mich an meine USA-Reise, wo so etwas unmöglich gewesen wäre. Die Abendsonne brachte schöne Fotomotive bevor die etwa zwanzigköpfige Gruppe den letzten Punkt erreichte: Die Freistadt Christiania, eine autonome Gemeinde in Kopenhagen. Eine interessante Geschichte verbirgt sich hinter dieser Gegend, in der das Zusammenleben anders funktioniert.

Unser Stadtführer ermahnte uns eindringlich, dass Fotografierverbot der „Pusher Street“ einzuhalten. In Weihnachtshüttchen verkauften maskierte, dubiose Cannabishändler ihre Ware – geduldet von der dänischen Regierung. Andere standen um „Pennertonnen“. Wegen der Dunkelheit und diesem Umstand fand ich es interessant, aber nicht angenehm. Da half es auch nicht, dass die Häuser und Anlagen teils bunt und kreativ bemalt worden sind. Es ist und war eben ein alternatives Lebensmodell. Unser geführte Stadtbummel endete mit einem finanziellem Dankeschön. Wir waren inzwischen im dritten Land unserer Rückreise mit der dritten Währung. Bisher ließ sich alles mit Kreditkarte bewältigen, aber nun war erstmals ein Geldautomat nötig. Kopenhagen war bisher unser Favorit der bisherigen Städte: einfach schön.

Inzwischen zerrte der Hunger. Auf dem Rückweg passierten wir noch einen Weihnachtsmarkt. Mit zunehmender Nähe zu Deutschland wurden auch die Weihnachtsmärkte mehr wie zuhause – und nicht nur wegen der deutschen Bratwurst eines Standes. In der Unterkunft war ein „Free Christmas Dinner“ angekündigt. Ich war gespannt auf das Essen. Mit Scheinebraten, Rotkraut, Kartoffeln und Soßen gab es fulminantes und wohlschmeckendes Mahl. Durch dieses versammelten sich die Gäste an einem Tisch und ein langer, interessanter Abend begann, bei dem wir viele Menschen kennenlernten.

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Etappe: Oslo–Göteborg, wehmütiger Abschied zu einer schwedischen Perle

Das Hostel verließen wir Richtung Hauptbahnhof. Dort begaben sich meine Mitfahrer auf die Suche nach einem Souvenir-Laden, um eine Norwegen-Fahne zu kaufen. Allgemein gab es wenige Möglichkeiten, Souvenire zu kaufen. Und so wurden die beiden dort nicht fündig, als sie zum Auto kamen.

Von der Innenstadt Oslos startete die Etappe mit dem Aufstieg auf den Holmenkollen-Berg. Wie bereits zuvor, genoss ich die Aussichts in der tiefstehenden Morgensonne sowie die architektonisch gelungene Skisprungschanze. Dort waren Vorbereitungen in vollem Gange: die Schneekanonen liefen auf Hochtouren.

Von dort fuhren wir über die E6 weiter nach Süden. Bereits nach kurzer Entfernung habe ich Norwegen gefühlt verlassen: Statt bergig-hügelig wurde die Landschaft flacher mit seichten Erhebungen und die Autobahn windet sich mit je drei Spuren pro Richtung rech gerade nach Süden. Wehmütig passierten wir die Grenze nach Schweden. Damit war das Abenteuer Norwegen endgültig vorbei. Die Mittagspause verbrachten wir in einem grenznahen Gewerbegebiet. Die Preise im Supermarkt und in einem SB-Restaurant waren günstiger, ebenso wie das Benzin an der Tankstelle. Auch die Gesellschaft wurde multikultureller. In dem Supermarkt wurden aus erwachsenen Studenten Kindern: Eine immense Auswahl an Süßigkeiten zog sie in den Bann.

Auf der weiteren Fahrt war es neblig und die Landschaft monton. Sehr viele große Windräder prägten die Umgebung der Autobahn. Wir erreichten Göteborg, welches uns mit einem metropolitanem Flair empfind. Die Taktik, dass zwei die Unterkunft klären und das Auto bewachte, erwies sich als nützlich. Das Zimmer wurde bezogen und wir kochten uns ein nettes Mahl. Gestärkt startete unsere Stadterkundung – im Dunkeln. Der Nieselregen verzog sich und mit 2 °C war es wärmer als der vorherige Tag.

Von einem Hügel strahlte die Stadt im besten Glanze; die Straßen mit dreidimensionalen Kronen leuchtend-dekoriert, eine angenehme Altstadt, zahlreiche Kirchen sowie ein nettes Flair. Urige blau-weiße Straßenbahnen durchziehen die Stadt. Das Bild Schwedens war „gerettet“, denn Göteborg ist eine schöne Stadt, direkt am Meer gelegen. Subjektives Urteil: Auch schöner als Oslo. Für uns war reizend, Städte nur nachts zu sehen.

Auf der Straße empfahl uns ein netter US-Amerikaner noch eine gute Gelegenheit, den Abend ausklingen zu lassen – mit lokalem Julöl, schwedischem Weihnachtsbier.

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Etappe Trondheim-Oslo: Weiße Winterlandschaft bei klirrender Kälte und schneelose Hauptstadt

Sonntagmorgen: Das Studentendorf schlief noch, während wir die Abfahrt vorbereiteten. Bei -1 °C unter Null hatte sich Eis auf dem Auto festgesetzt. Das Beladen des Wagens war schwieriger als gedacht. Analog zum Spiel „Tetris“ wurden alle Dinge verstaut. Beides verzögerte die Fahrt; um 10 Uhr war dann Abfahrt. Ein trauriger Abschied, da Moholt für die dreiköpfige Reisegruppe mit vielen Erinnerungen verbunden war.

Es war ruhig auf der Europastraße 6. Die Sonne strahlte schwach auf die schneebedeckte Winterlandschaft. Alles war weiß und selbst die Flüsse waren teils gefroren. Zum letzten Mal galt die allgemeine Geschwindigkeitsbegrenzung von 80 km/h und erlaubte uns eine entspannte Fahrt durch das Panorama. Die Sonne, die um 12 Uhr mittags am Horizont schien, suggerierte bereits den abendlichen Sonnenuntergang. Je weiter und höher wir in das Landesinnere über die Dovre-Hochebene eindrangen, desto kälter wurde es. Wir erlebten -13 °C, eine aushaltbare, trockene Kälte. So kalt, dass die Luftfeuchtigkeit von innen an der hinteren Scheibe gefroren war. Hartnäckig hielt sich das Eis auf der Motorhaube, welches entgegen aller Erwartungen unterwegs nicht schmelzen wollte.

Wir passierten die Wintersportgebiete von Lillehammer und Umgebung und sahen arbeitende Schneekanonen. Die norwegische Landschaft bereitete uns damit einen schönen Abschied, mit dem wir nicht gerechnet hatten. Es waren schon viele Überlegungen für schlechte Wetterverhältnisse angestellt worden: Umleitung über Schweden, Nutzung der Schneeketten und ähnliches, da die Straße im Winter manchmal unpassierbar ist.

Es war schon dunkel, als die E6 kurz vor Hamar zu einer vierspurigen Schnellstraße wurde. Ein kleiner Geschwindigkeitsrausch setzte bei ungewohnten 100 km/h ein, denn bis dahin wurden im Durchschnitt nur 70 km/h erreicht. Entsprechend lange dauerten die über 500 km der ersten Etappe Trondheim–Oslo.

In der Hauptstadt Oslo wurde das Auto im Parkhaus und die Reisenden in ein Hostel einquartiert. Einiges ähnelte dem kürzlichen Besuch der Stadt: Achtbett-Zimmer im selben Hostel genauso wie die gesehenen Sehenswürdigkeiten: Die Oper, die Einkaufsstraße, das Parlament und der Königspalast wurden in der abendlichen Dunkelheit besichtigt – ebenso wie der Weihnachtsmarkt. Es war in Oslo zwar kalt, aber Schnee lag keiner mehr.

Abends waren die drei Reisenden müde von der langen Etappe, aber wir wussten: Die anstrengeste Etappe war geschafft.

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Tolles Souvenir und das Abenteuer vor Augen

Die letzten Tage vor der Abreise waren vor allem durch stetes Lernen für die letzte Prüfung über Solarzellen bestimmt. Diesmal zwar nicht in einer großen Turnhalle, aber erneut von Rentnern bewacht, konnten wir uns vergangenen Donnerstag erneut vier Stunden der englischsprachigen Klausur widmen. Wie nach jeder Klausurenphase war dies sehr erleichternd. Ohne weitere Verpflichtungen sollten nur die letzten Tage genossen und die Rückfahrt geplant werden. Am gestrigen Freitag wurde mein Zimmer vom Studentenwerk besichtigt und für gut befunden.

Eine tolle Idee hatten die Organisationen der ESN-Veranstaltung (Erasmus Students Network): Viele folgten der Idee und trugen weiße T-Shirts. Auf diesen verewigte ich mich bei anderen und andere bei mir. Anekdoten wurden referenziert, Bilder gemalt oder einfach Grüße abgegeben. Es war erstaunlich, so viele bekannte Gesichter wiederzusehen – trotz (für viele) noch andauernder Klausurenphase. Alle waren in nur einem Semester kennengelernt worden. Bei diesem Abschied überwiegte die ausgelassene Atmosphäre, ein glücklicher Abend.

Am letzten Tag traf sich noch die Fahrgemeinschaft, besprach die Zwischenhalte, buchte Unterkünfte für die ersten beiden Nächte des Roadtrips und packte erste Koffer in das Auto. Die Fahrt sollte das Gegenteil der Hinreise sein: Jeden Abend eine andere Stadt und dafür kein Erleben der Natur. Meine Vorfreude auf die Fahrt, auf die Halte und auf die Heimkehr stiegen rasant. Eine Nacht trennte mich noch vom abschließenden Abenteuer.

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Willkommen in Norwegen (3) – An der Bushaltestelle

Nach der Prüfung ist vor der Prüfung. So begab ich mich auf dem Weg zur Universität. Es war ein grauer Morgen, die Wolken hingen dicht am Himmel, der Schnee war geschmolzen und der Regen hatte seine matschigen Spuren hinterlassen – alles andere als das beste Wetter um an der Bushaltestelle zu warten. Die Straßenlaternen schalteten sich ab, es war kurz vor 10.

Von weit sah ich ein Fahrrad. Am Rücken des Radlers: ein Paar Ski! Wohin die Skier radelten – ungewiss, aber: Ein erhellender Moment im grauen Alltag.

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