Bølgen (die Welle) – ein grandios-überraschender Film aus Norwegen

Wenn man an Norwegen denkt, assoziiert man spontan viele Dinge. Bekannte norwegische Filme zählen bestimmt nicht dazu. Umso mehr kann man überrascht werden. Die Austauschstudenten haben sich Trondheimer „Prinsenkino“ eine Sondervorstellung des Filmes Bølgen/The Wave organisiert, da die Version mit englischen Untertiteln nur sehr kurz im Angebot war. So begab es sich, dass zwischen 20 und 30 Zuschauer in einem bequemen 200-Mann-Saal begeistert wurden. Zwar wurde passend angemerkt, warum wir denn die wenigen Stunden Sonnenlicht (die Sonne geht nun um 15:30 unter) im Dunkeln verbringen, aber es sollte sich lohnen. Die Werbung vor dem Film war amüsant und originell – mein erster Kinobesuch im Norden.

Der Film startet mit dem Blick auf eine gewöhnliche Familie, die im Umzugsstress steckt. Vater Kristian hat eine neue Arbeitsstelle angenommen; auch wenn er mit seiner bisherigen Tätigkeit als Geologe in einer Überwachungsstation sehr zufrieden war. Dort legten er und seine Kollegen ein wachsames Auge auf die Felsen des Fjordes. Am letzten Arbeitstag fallen zwei Sensoren aus. Kristians spürt, dass dies mehr bedeutet. Seine Kollegen befinden sich in einer Felsspalte, bevor der Felsen abrutscht. Können sie dies überleben? Wird die Flutwelle die Familie überwältigen? Findet sie im Chaos wieder zusammen?

Die hohe Bekanntheit der Schauplätze wird durch viele Drehorte im und nahe des bekannten Touristenortes erreicht. Für Kenner dieser Naturschönheiten erzeugt dies eine große Nähe zum Geschehen, welches durch die sympathischen Charaktere gestärkt wird – unterstützt von beeindruckenden Panoramen. Die Filmemacher schafften durch kurze hochqualitative Special Effect-Aufnahmen des Erdrutsches und der Flutwelle, eine richtige Dosierung für Dramatik und – trotz des überschaubaren Budgets von etwa 11 Mio. Euro – gelungenenen Filmsets einen bewegenden Katastrophenfilm. Eben weil der Handlungsverlauf nicht überraschend ist, überzeugt der Film jeden Fan der norwegischen Fjordlandschaft und spricht verschiedenste Zielgruppen an. Eine Abwechslung zu all den USA-lastigen Filmen des Genre mit anderer Bedrohungslage und weniger Tamtam.

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