3. Tag: Maketu – Taupo; Rafting und antarktischer Schneesturm

Um 7 Uhr in der Frueh hieß es heute, am Montag, den 15. August, aufzustehen. Nach einem kargen Fruehstueck (nur Toast, Muesli und als Aufstrich Butter und Orangenmarmelade) machte der Maori-Fuehrer noch schnell ein Gruppenfoto von uns und dann hieß es auch schon wieder „Kia ora“ bzw. auf Wiedersehen (Kia ora hat mehrere Bedeutungen). Wir sind dann nach Rotorua gefahren. Dort haben wir fast die Hälfte der Gruppe verloren, da die sich die Stadt anschauen wollten. Wir sind weiter gefahren. Unsere heutige Aktivitaet: Rafting. Das heisst: Mit einem grossen Schlauchboot auf einem schnellen Fluss paddeln. Nachdem wir Neopren-Anzüge, besondere „Schuhe“ (anders kann ich es nicht definieren) sowie eine Jacke bekommen haben, ging es los. Neben unsere Gruppe (fast alle nahmen teil) war noch eine große Gruppe aus Indien anwesend. Wir fuhren zum Ankerpunkt am Kaituna River.

Dort wurden auf die Boote aufgeteilt – unser Boot: drei von uns und vier von der anderen Gruppe – und machten Trockenübungen – bei Schneefall. Es war unendlich kalt – trotz Neoprenanzug. Schließlich übten wir im Wasser (und im Boot bereits) den Umgang mit dem Paddel und das Verhalten am Wasserfall. Nachdem wir einige hundert Meter auf ruhigerer Strecke gefahren sind, standen wir vor dem Wasserfall, der eine Hoehe mit sieben Meter hat (nach Aussagen unseres instructors die hoechste zulassige Hoehe fuer Rafting…). Wir wurden auf den Fall vorbereitet, falls das Boot kentert und auf der falschherum liegt oder falls wir aus dem Boot geschleudert werden. Schliesslich hiess es Augen zu und durch. Der Fall hat sich nicht nach sieben Metern angefuehlt, anschliessend waren wir unter Wasser, tauchten wieder auf und die Erleichterung: Ich bin noch im Boot! Aber da kommt das Herz in Wallung und das Adrenalin schiesst durch die Adern.

Wir waren das erste Boot von vier, dass den Okere-Wasserfall runterfuhren. Jetzt warteten wir auf die anderen und waren quasi das Rettungsboot. Und schliesslich fielen aus einem einige heraus und ein anderes kenterte. Die Leute kletterteten am Ufer wieder in die Boote und wir fuhren noch etwa eine halbe Stunde weiter auf dem Fluss. Das Flussbett war einzigartig: Teilweise war der Fluss in eine Schlucht mit Felswand eingebetet, welche eine Hoehohe von bis zu 6 Metern etwa hatte. Mit den tropischen Pflanzen war es eine atemberaubende Szenerie und zum Glueck hoerte es auf zu schneien. Schliesslich gingen wir an der Anlegestelle von Bort, es wurden Gruppenfotos gemacht und wir fuhren zurueck und konnten in unsere warme Kleidung wechseln. Aufgrund der furchtbaren Kaelte schworen wir uns: No more water activities! Wir legten Geld zusammen und bekamen eine CD mit den aufgenommenen Fotos, welche wir im Bus auf USB-Sticks und Laptops verteilten.

Schliesslich fuhren wir weiter. Unterwegs heilten wir an einem mud pool (im deutschen Schlammtopf genannt) an. Es war eine Art Teich mit schlammigen kochendem Wasser. In dieser Region ist die Erde noch sehr aktiv und es gibt zahlreiche warme Quellen. Wir sahen – eingehuellt in allen warmen Klamotten, die wir hatten – wie das Schlammwasser so kochte, dampfte und zischte. Anschliessend erreichten wir Taupo. Dort haette man Fallschirmspringen machen koennen, allerdings war dies aufgrund des Schneesturms und dem allgemein schlechten Wetter mit Nebel etc. nicht moeglich.

Im Taupo angekommen bezogen wir unser Achtbett-Zimmer – also alle uebrig gebliebenen Mitreisenden in einem Zimmer –  im Hostel (zum Glueck mit grosser Heizung) und sind noch in die Stadt – eher Staedtchen – zum Einkaufen gegangen. Wir besorgten uns Lebensmittel und manche noch warme Kleidung. Ein Fehler von mir war, dass ich mich eingedeckt hatte… Den Abend verbrachten wir noch am Billard-Tisch bei Heizstrahlern. Es war trotzdem im Innenbereich so kalt, dass wir alle unsere Jacke anhatten und ich mich fragte, wieso es in der Kueche einen Kuehlschrank gab. Schliesslich wart ich frueh im Bett, da ich geschafft vom langen Tag und dem Rafting war. Waehrenddessen litten die anderen Neuseelaender unter dem Schneesturm.

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