4. Tag: Taupo – Blue Duck Station

Nach unserem „Fahrplan“ sollten wir am 16. August (Dienstag) um 6 Uhr morgens aufbrechen, aber da in Neuseeland der scherste Schneesturm seit Jahren tobt, wurde daraus (gluecklicherweise) nichts. Unser Busfahrer teilte uns am vorherigen Abend mit, wir sollten uns um 9 Uhr fertig im Eingangsraum befinden. So konnten wir doch etwas laenger schlafen, in Ruhe fruehstuecken und die Sachen packen. Um 9 Uhr schliesslich, – der Busfahrer surfte im Internet und erkundigte sich bei der Rezeptionistin wegen der Strassen – wurde der Start auf 10 Uhr verschoben. Halbwegs puenklich brauchen wir, zu sechst, auf die unsichere Reise. Nachdem wir Taupo hinter uns gelassen hatten, legten wir noch einen Fotostopp ein, um das Panorama – vorne der Lake Taupo, hinten die schneebedeckten berge – mit unsere Kamers einzufangen. Nach etwa einer halben Stunde hielten wir erneut um uns im Supermarkt mit ausreichenden Lebensmitteln einzudecken, denn es war ungewiss, ob alles so klappen wuerde.

Ein Strassenschild verkuendigte die unangenehme Tatsache: Unsere Passstrasse war gesperrt. Einige Autofahrer warteten vor der Einmuendung, in der Hoffnung, dass sie den Tag noch freigegebene wird. Wir fuhren weiter die Berge rauf. Oben auf einer Hoehe von 700 m hatten wir unsere erste Begegnung mit dem Schnee. Natuerlich haben wir wieder unendlich viele Fotos gemacht und Schneebaelle geformt, geworfen. Von der Strasse oben sah ich ein Auto unten in der steilen Boeschung, etwa 10 Meter unter uns. Allerdings war keiner mehr in dem Auto. Ich vermute, dass jemand ohne Winterreifen ueber die Strasse gefahren war. Jetzt war sie allerdings geraeumt oder – es fehlten die typischen Spuren eines Raeumfahrzeugs – von alleine aufgetaut. Unser Busfahrer steuerte zielsicher durch die Landschaft wieder nach unten und nahm eine Einfahrt. Es stellte sich heraus, dass wir die Blue Duck Station durch einen grossen Umweg erreicht hatten. Von der Strasse bogen wir schliesslich auf eine Schotterpiste ab. Nach weiteren dutzenden Kilometern erreichten wir unser heutiges Ziel: Die Blue Duck Station (siehe deren Internetseite). Dort erklaerte man uns den Zweck dieses Habitats: In diesem abgelegenen Gebiet leben seltene Blue Ducks (sprich Blauenten) und durch Jagd, aufgestellten Fallen und Landschaftskontrolle sollen diese in dem Areal geschuetzt werden – mit finanzieller Unterstuetzung der Regierung. Des Weiteren wurden uns Einzelheiten ueber die Geschichte (Besiedlung, Lebensweise, Verkehrsanbindung) erzaehlt.

Einer von uns ging auf die Jagd und verschwand mit einem jungen Jaeger auf einem Quad. Wir anderen gingen schliesslich zum nahegelegenen Fluss und genossen das Panorama: Dicht am Fluss schmiegten sich steile Haenge gefuellt mit saftiggruenen Palmen, anderen Baeumen und Farnen – traumhaft! Zurueckgekehrt warfen wir etwas mit einer Axt auf eine Zielscheibe (eine weitere „Aktivitaet“) bis schliesslich die Jaeger mit einer geschossenen Ziege zurueckkamen. Auf diese und weitere „importierte“ Tierarten gibt es keine Schonzeiten, da diese nicht erwuenscht sind und die einheimische Flora und Fauna stoeren. Anschliessend assen wir gemeinsam eine Art Gulasch von Ziegenfleisch mit Reis und Beilagen, von der Blue Duck Lodge serviert. Spaeter sassen wir noch am Lagerfeuer und haben uns Marshmallow (auf deutsch auch Mäusespeck, Schaumzucker, Zuckerspeck genannt) und Wuerstchen gemacht. Leider konnte man den Sternenhimmel aufgrund von Wolken nicht sehen, aber man haette alles gesehen. Denn: Diese wenigen Haeuser sind so abgelegen. Das war der bisher abgelegtenste Ort, den ich besucht hatte. Auf den etwa 30/40 km vom Highway waren unterwegs nur ein halbes Dutzend Haeuser und bei der Blue Duck Station endet die Strasse. Internet gibt es dort nur ueber Satellit.

Uebrigens: Dort hatte den vorherigen Tag noch geschneit (zum ersten Mal seit 19..), aber nur wenig und bei unsere Ankunft war es relativ warm.

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