Zahlreiche Passstempel bei Reise nach Macao, Stern von Jackie Chan und nächtliche Spaziergang

Leider konnte man etwas länger nichts mehr lesen und wie man an den Umlauten erkennen kann, bin ich seit über zwei Wochen wieder gelandet, aber nach der Rückkehr, möchte man erstmal andere Dinge tun. So habe ich die Fortführung dieser Reportage etwas vor mich hergeschoben, aber nun geht es täglich weiter:

Am Montag, den 26. September, machte ich mich auf nach Macao. Diese chinesische Sonderverwaltungszone war auch wie Hongkong eine Kolonie – in diesem Fall von Portugal und wurde ebenfalls 1999 in die Hände vom chinesischen Mutterland übergeben. So begab ich mich vormittags zum Fährterminal und kaufte mir ein Ticket für eine Fahrt nach Macao. Es ging durch die Passkontrolle, wo ich einen Stempel für die Ausreise bekam. Nach einer Stunde Fährzeit erreichten wir das andere Fährterminal und ich holte mir erneut einen Stempel – diesmal für die Einreise nach Macao, welches schließlich eine „Sonderzone“ mit besonderen Gesetzen ist. Auf einer Anzeige war zu lesen, dass es draußen 31 °C und 30 % Luftfeuchtigkeit ist. Zu Fuß lief ich vom Terminal durch die Straßen der Stadt. Von weitem sah man Türme von Kasinos und andere Hochhäuser. Aufgrund der liberalen Glücksspielpraxis verwandelt sich die Stadt zu einem Las Vegas des Ostens. Ich hatte aber ein anderes Ziel. Durch die schlechte Beschilderung, einer unzureichenden Karte und fehlender Sprachkenntnisse (Amtssprachen sind Portugisisch und Kantonesisch; Englisch wurde fast nur am Terminal verwendet) habe ich komplett verlaufen und wusste auch nicht mehr, wo ich überhaupt war.

Anstatt Einheimische zu fragen, kam mir die Idee ein Taxi zu nehmen. Der erste Taxifahrer verstand weder die Geste, mein Ziel auf der Karte zu zeigen, noch Englisch oder den Namen des Zieles. Der zweite Fahrer hingegen verstand und fuhr los. Nach kurzer Fahrzeit und zu einem sehr günstigen Preis von unter 3 € erreichte ich mein Ziel: die Ruinen der Pauluskirche, welche Unesco-Weltkulturerbe sind. Die Kulisse war beeindruckend und ich schlenderte danach durch die schöne Altstadt, welche von zahllosen anderen Touristen gesäumt war. Schließlich beschloss ich nach weiterem Spazieren wieder zurück nach Hongkong zu schippern. Zwar habe ich nicht allzuviel von Macao gesehen, aber ich war nicht mehr in der Stimmung, mir viel anzuschauen. Bemerkenswert war auch der stetige Gestank nach „Zweitaktern“ auf den Straßen, welcher durch die vielen Mofas, Roller etc. ausgelöst wurde – diese machten einen Anteil von 50 % im Verkehr aus. Schließlich nahm ich erneut ein Taxi – nachdem es schon einmal gut geklappt hatte und ich bei der Hitze nicht die Kilometer zum Terminal laufen wollte.

Zurück am Fährhafen gab ich dem Taxifahrer noch als Trinkgeld einige Münzen von Macao, da hier der Pataca verwendet wird. Zwar konnte ich mit dem Hongkong-Dollar bezahlen, aber bekam teilweise Pataca zurück. Man kann auch auf Hongkong-Dollar bestehen, aber ich wollte auch ein paar Scheine anderer Währung mitnehmen. Schließlich ging es am Abend dann mit der Fähre wieder zurück, nachdem ich den hiesigen Ausreisestempel kassiert hatte. Diesmal mit stärkeren Seegang und zahllosen Mobilfunktelefonen. Letztere nervten durch unglaublich laute und nervige Klingeltöne und es ist den Menschen auch nicht unangenehm gewesen, diese zu haben. Zurück in Hongkong bekam ich wieder einen Einreisestempel und ging zurück zum Hostel. Nach einem Essen ging es erneut zur Avenue of Stars, um noch etwas Seeluft zu schnuppern und ein Foto mit dem Stern und dem Abdruck der Hände von Jackie Chan zu machen.

Am späten Abend schließlich lag ich im Bett und fühlte mich schon etwas geschlaucht vom Tag, aber ich konnte – ich weiß nicht wieso – einfach nicht einschlafen. So unternahm ich spontan einen nächtlichen Spaziergang durch die Straßen von Kowloon. Man offerierte mir zwar mehrmals Haschisch und wollte mich zu dubiosen Dingen überreden, aber trotzdem fühlte ich mich, obwohl ich alleine durch die Straßen gelaufen bin, sicher und es gab auch keine „Zwischenfälle“. Schließlich lehnte ich freundlich aber bestimmt alle Angebote ab. Ich entdeckte noch zwei weitere „German bars“, aber begnügte ich damit, die nächtliche Atmosphäre zu genießen, während die Stadt schläft. Gegen drei Uhr schließlich war ich doch müde und konnte auch gut schlafen. Außerdem hatte ich an die kommende Nacht am Flughafen gedacht…

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