900 km bzw. 17 Stunden für den Grand-Canyon-Nationalpark und mehr

Wie erwähnt ging es früh los: Aufstehen und fertig machen war angesagt. In diesem Hostel wurde das Frühstück gestellt und ich aß ein paar Scheiben. Dann noch Rucksack fertig gemacht und es konnte losgehen. Der Ausflug: eine ganztätige Tour zum Grand Canyon mit einer neunköpfigen Gruppe in einem Van.

Pünktlich um 8 Uhr wurde ich abgeholt, der Fahrer stellte mir jeden vor und es ging los. Als erste Station wurde eine namhafte Fast Food-Kette angesteuert. Die Kosten für das Frühstück waren bereits im Preis inbegriffen. In der weiteren Fahrt erklärte unser netter Fahrer Alfonso detailliert die Geschichte und Geologie des Grand Canyons. Dann erreichten wir den Hoover-Staudamm, ein Meisterwerk der Ingenieurskunst und machten auf einem dortigen Parkplatz Rast für einige Fotos. Inzwischen war die Sonne kräftig am Scheinen und beim Verlassen des Wagens stieß ich gegen eine Wand aus Hitze. Ich hatte seit der Abfahrt von Zuhause nur kurze Hosen getragen und fragte mich erneut, wofür ich einen Pullover, eine leichte Jacke und eine Jeans mitgebracht hatte.

Wir legten weitere Zwischenstopps ein: für einen Toilettengang oder auch um uns an einer Tankstelle mit einige Snacks für den frühen Nachmittag einzudecken. Ein besondere Halt war allerdings auf einem historischen Teilstück der Route 66. In einem Souvenirladen lebte die ganze Geschichte dieser früheren Straße auf. Auch die Landschaft veränderte sich: Während in Las Vegas der Boden nur sehr, sehr karg bewachsen war, wurde es allmählich – mit steigender Höhe – grüner. Zuerst kamen Sträucher und Büsche hinzu, dann kleinere Bäume. Zwei Stunden vor Eintreffen beim Nationalpark verließen wir – so die Info unserers Fahrers – offiziell die Mojave-Wüste und es zeichneten sich Bäume wie Pinien ab und teilweise grasten vereinzelt auch Kühe auf dem dünnen Gras.

Kurz vor Eintreffen legten wir noch einen Fotostopp am Schild des „Grand Canyon National Park“ ein, bevor wir offiziell den Park betraten. Der Grand Canyon ist ein Unesco-Weltnaturerbe. Es waren nur wenige Schritte vom Parkplatz entfernt und es zeigte sich ein 180° Panorama. Atemberaubend und gänsehautwürdig! Ich war doch etwas sprachlos als ich dieses Wunder der Natur gesehen habe. Nachdem diese Sicht verarbeitet war, hieß es, Errinnerungsfotos machen. Wir liefen langsam weiter und es immer wieder andere etwas andere Sichten auf die Schlucht.

Schon im Van berichtete Alfonso von der Gefahr des Canyon. Vor mir ging es dutzende Meter manchmal senkrecht hinunter – ohne das ein Schutz vorhanden wäre. So waren wir doch vorsichtig – einige Fotos sind als sehr gut gelungen zu bezeichnen. Wir aßen schließlich Sandwichs, die auch vom Reiseveranstalter gestellt wurden und gingen noch ein kleines Geologie-Museum, wo wir weitere Erläuterungen erhielten. Leider habe ich nicht alle verstanden, aber zumindest doch einige Kerngedanken bspw. wie der Colorado River sich durch den Felsen fräste.

Langsam ging die Sonne unter und es zeichneten sich die Farben des Canyon viel besser ab. Unser Fahrer zeigte uns noch auf seinem Smartphone einen Artikel des National Geographic-Magazins, indem eben dieser Sonnenuntergang als einer der zehn schönsten auf der Welt bezeichnet wird. Als es dunkel ward, machten wir uns auf dem langen Rückweg. Es entfielen alle Fotostopps aber nicht die Tank- und Rastpausen. Kurz vor Las Vegas war wieder die faszinierende leuchtende Kulisse dieser Stadt zu sehen. Gegen 1 Uhr nachts wurde ich schließlich direkt auf dem Hostel-Parkplatz rausgelassen.

Während die Mehrheit der Gruppe zwischendurch geschlafen hatte, war ich nach diesen 17 Stunden froh, endlich in Ruhe meine Augen zuzumachen. Insgesamt leckten wir heute rund 900 km zurück: die Strecke Flensburg – Berchtesgarden bzw. Wir durchfuhren quasi Deutschland auf der ganzen Länge.

Neben den erwähnten Sehenswürdigkeiten fand ich auch den Blick aus dem Fenster sehr faszinierend. Unterwegs sah ich zum Beispiel einzelne Wohnwagensiedlungen und ganz, wie man sich die USA vorstellt, befuhren wir Straßen, die kilometerlang nur geradeaus verliefen. Ferner waren auch die Gespräche mit den Mitreisenden großartig. Lediglich die Warnung Alfonsos beunruhigte mich: In dem Straßenabschnitt der Unterkunft kann es nachts zu Überfallen kommen. Er selbst wurde neulich vor seinem Haus von Jugendlichen überfallen. Ich versprach, auf mich aufzupassen. Trotz dessen war dies bisher der beste Tag meiner Reise.

Dieser Beitrag wurde unter USA abgelegt und mit , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.