Die Realität und Illusionen von Las Vegas im Vergleich

Nach den Strapazen der letzten Tage wollte ich am heutigen 9. September mal etwas länger schlafen, wie das für einen Urlaub üblich ist. Leider hat das nicht geklappt – vermutlich wegen der Zeitverschiebung von drei Stunden. Zumindest konnte ich in Ruhe das Frühstück des Hostels genießen und den Tag ruhig angehen. Nachdem ich schon zwei Nächte in Las Vegas verbracht habe, wollte ich heute die Stadt selbst erkunden. Gegen 11 Uhr ging es dann etwa einen Kilometer zu Fuß nach „Downtown“, zum Fremont Street Experience.

Nach dem Fußmarsch, schlenderte ich durch die gut besuchte Flaniermeile. Es gab zahlreiche Stände und umso mehr Bars, Restaurants und auch natürlich Kasinos. Auf einem LED-Laufband las ich: Temperatur 34°C. Da die Sonne fast schon brannte, kann man sich vorstellen, wie es sich angefühlt hat. Aber im Schatten des Daches ging es. Ich bin durch einige Kasinos geschlendert und habe mich gewundert, dass schon soviele Leute am Spielen waren. Schließlich ging es wieder zurück – vorerst. Dazu nahm ich den bekannten Doppeldeckerbus von Vegas. Ein Ticket für 24 Stunden kostete 7 $ – durchaus preiswert.

Zurück im Hostel entfloh ich im Gemeinschaftszimmer der Hitze und surfte im Internet, schrieb Blogartikel und plante die nächsten Tage. Jedoch kam langsam Hunger auf. Ich entschloss mit einem anderen Hostelgast etwas zu Essen zu suchen. Nach einer großen Pizza entschlossen wir uns spontan, den Strip zu erkunden. Der Strip (eigentlich Las Vegas South Boulevard) ist die Hauptachse Las Vegas und führt an allen wichtigen Plätzen der Stadt vorbei. Die ersten 1,5 km sahen wir nichts außergewöhnliches, aber dann reihte sich ein Casino bzw. Hotel an das andere.

Das besondere an Las Vegs ist die Inzenierung und Illussion: Ich möchte nicht auf jedes Detail eingehen, aber folgende Kasinos sind für mich bedeutend gewesen. In Klammern der Name:

  • eine nachgebaute Zirkusmanege (Circus Circus)
  • eine inszenierte karibische Landschaft mit Piratenschiff (Treasure Island)
  • eine große Wasserfontänenshow (Bellagio)
  • der Eiffelturm als verkleinertes Replik (Paris)
  • angedeutedete Skyline von Manhattan samt kleine Freiheitsstatue und achterbahn (New York-New York)
  • eine Fantasie-Inszenierung (Excalibur)
  • die Sphinx und eine Pyramide als Nachbildung. Aus der Pyramide strahlt ein starker Lichtstrahl nach oben (Luxor)

Zwischendurch musste ich mir bewusst machen, dass wir nicht am träumen sind, da die Stadt einem so irreell vorkommt. Neben der Außengestaltung sind auch die Innenräume besonders: Man findet nirgends Uhren (man könnte ja merken, wie lange man schon spielt), natürlich klimatisiert und vor allem auch in gedämpfter Atmosphäre. Es ist drinnen manchmal schwer gewesen, den Ausgang wieder zu finden. Während dessen wurde es draußen mit abnehmender Sonne immer voller. Es gab dutzende Leute, die einem so etwas wie Visitenkarten für erotische Dienste aufschwatzen wollten. Auch andere Werbetreibende störten doch die Stimmung, da alle sehr aufdringlich waren.

Angenehmer waren da doch die zahlreichen köstumierten Menschen, die sich gegen ein Trinkgeld mit jemanden fotografiert haben lassen. Gesehen habe u.a.: Elvis, Spongebob und Patrick, ein Anzug aus Transformers und weitere Figuren aus Film und Fernsehen.

Da der Strip eine Länge von etwa 7 km hat, zog es sich bis zum unteren Ende doch sehr und war inzwischen Dunkel geworden. Am südlichen Ende ging es um die Frage, das berühmte „Welcome to Fabulous Las Vegas„-Schild zu sehen. Wir entschieden uns, die weitere Strecke in Kauf zu nehmen und sahen es ganzer Pracht. Es ging schließlich mit dem Doppeldeckerbus wieder zurück. Nicht zum Hostel sondern zur Fremont Street. Dort konnte man inzwischen eine Lichtershow aus Millionen von LEDs sehen, welche an der Decke angebracht war.

Es spielten außerdem Live-Bands und es war einfach überall viel los. Zwar waren die ganzen Inszenierungen des „Strips“ sehr nett, aber die Atmosphäre der Fremont Street war deutlich angenehmer. Hier holte uns auch die Realität wieder ein: ein Mann wurde vom Sicherheitsdienst festgenommen; anscheinend mit Platzwunde am Kopf und unter Drogeneinfluss, da er nicht zurechnungsfähig schien und schrie. Trotz dessen genossen wir noch einige Getränke, aßen etwas und sind müde zum Hostel. Eigentlich war nur geplant, eine Pizza zu essen, aber unverhofft kommt bekanntlich oft.

Dieser Beitrag wurde unter USA abgelegt und mit , , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.