Dubai Nacht und Tag

In Dubai angekommen war ich etwas orientierungslos. Vielleicht lag es an mir oder der schlechten Beschilderung im Flughafen. Vorweg: Manchmal dauerte die Zielfindung länger. Zuerst war dies bei Abholung des Essensgutscheins (wegen des fünfzehnstündigen Aufenthalts), dann während des Findens des passenden Restaurants dazu und am Ende beim Verlassen des Flughafens der Fall. Ich habe jedoch festgestellt, dass dieses Drehkreuz unglaublich viele Kulturen an einen Ort bringt. Mit einem Stempel im Reisepass und Geld aus dem Automaten konnte dann das Abenteuer Dubai beginnen. Ortszeit: 02:00 Uhr.

Mit dem Taxi ging es über breite aber leere Schnellstraßen zu einem Fotohalt an das Luxushotels, Burj al Arab. Hohe Häuser türmten sich auf den Weg dahin links und rechts. Am Ziel sah ich den Strand und hohe Bauten dahinter. Die Atmosphäre war: Die Stadt hatte sich im Stadtteil Marina Bay für mich nicht in die Landschaft eingefügt, es mangelte an unversiegelten Flächen, aber es wirkte zumindest futuristisch. Ich kam mir als Fremder in dieser Szenerie vor. Es gab nur Bauarbeiter, einige einheimische Nachtschwärmer, einige Taxi-/Autofahrer und ich. Am Strand herschte etwas Betrieb, später war in der Nähe dann niemand mehr unterwegs – obwohl noch sehr viele Autos unterwegs waren.

So lief ich die Dubai Marina entlang, fotografierte und staunte. Zum einen über die vielen Rohbauten, an denen teils gearbeitet wurde, an dem Panorama und über die vielen luxuriösen (Privat-)Autos. Langsam bahnte sich der Morgen an und ich nahm die erste Metro zur Dubai Mall. Nachdem ich zwischen Station und Einkaufszentrum mehrere große Baustellen Gastarbeitern aus v.a. Pakistan und Indien sah, betrat ich die noch leere Mall. Ebensolche Gastarbeiter brachten den Boden mit extrem hohem Aufwand zum Glänzen – so sehr, dass man davon essen konnte. Nach etwas weiterer Wartezeit ging es auf das Burj Khalifa: Auf der Aussichtsplattform wollte ich Dubai von oben sehen. Der Aufzug fuhr schnell im höchsten Bauwerk und Gebäude der Erde: Den Druckunterschied merkte man deutlich. Jedoch beschleunigte der Aufzug sehr sanft. Oben erwartete eine tolle Aussicht auf die Stadt, leider etwas durch Sand wortwörtlich getrübt. Zu erkennen waren ein paar Staus, viele hohe Gebäude und (bisher von mir garnicht gesichtet) auch Häuser mit ein paar Etagen. Der Wind pfiff ordentlich um die Konstruktion. Über einen Bildschirm konnte man zwischen Dubai heute und früher vergleichen: Unglaublich, wie sich die Stadt gewandelt hat.

Danach ging es mit der Metro in einen ursprünglicheren Stadtteil: Mich überraschten Männer, die traditionellen Handel trieben. Den Blicken zu urteilen schienen nicht viele Touristen dort herzuschlendern. Per Metro war ich wieder unterwegs. Ich sah vor allem eins: Neubauten und Baustellen. Die Noch-Endhaltestelle lag etwas im Nirgendwo, Ansätze von Baustellen drumherum deuteten auf mehr hin.

Nach diesen Stunden war für mich Dubai erstmal erlebt. Gerne hätte ich mehr gesehen, aber für den Anfang war ich mit „Dubai Nacht und Tag“ zufrieden und begab mich zum Flughafen. 15 Uhr betrat ich den Flieger nach Bangkok – schlaflose 13 Stunden Aufenthalt in Dubai.

Fazit: Insgesamt ist die Stadt leider nicht schön. Die Neubauten und die Dominanz der Autos macht wenig her, Natur ist aufgrund der Wüste und der Flächenversiegelung wenig vorhanden. Auch wenn Dubai sehr sauber und modern ist, hatte sie wenig lebenswertes. Ich habe ein Stadtzentrum, Kultur sowie mehr Leben und den Charakter einer gewachsenen Stadt vermisst. Aber ich denke, ich werde irgendwann wiederkommen und dann mehr und anderes sehen. Bis dahin könnte ich auf die kalten Klimaanlagen verzichten.

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