Traumhafte Kulisse – grandiose 7 km-Höhle

Per Bus ging es morgens – auf schlechten Straßen versteht sich – weiter nach Südosten. An einem bekannten Aussichtspunkt konnten wir bei recht guter Sicht eine tolle Aussicht auf die Landschaft genießen. Die undurchdringlichen Felsformationen reihten sich aneinander, spärlich grün bewachsen. Die Lücken dazwischen versprachen unbekannte Ecken.

Eine Mittagspause und einige Stunden später erreichten wir Kong Lor, einen abgelegenen Ort in der Tiefebene, umgeben von hohen senkrechten Berghängen aus blankem Fels. Tabakfelder umgaben uns. Von dem Hotelzimmer aus hatte man einen grandiosen Blick: die Felder, links ein Büffel, kaum Häuser, im Hintergrund die Bergwände. Heute stand außer dem Essen nicht mehr viel auf dem Programm.

Am nächsten Tag ging es zu der Kong Lor-Höhe. Ausgerüstet mit Schwimmweste und Stirnlampe, gekleidet in Badehose, T-Shirt und Flipflops ging es zur Höhle. Wie ein großer Mund lag sie unten an der Felswand, ein klarer Fluss trat aus ihr heraus, umgeben von dichtem  Grün. Auf einem schmalen Pfad auf den Felsen traten wir ein.

Zu zweit oder dritt manövrierte der Bootsführer durch die Dunkelheit. Nach ein paar Minuten stiegen wir ab, liefen auf Sand und Stein an beleuchteteten Felsformationen vorbei. Währenddessen wurde das Boot am seichten Fluss weitergebracht. Wieder an Bord konnten wir bei sanfter Fahrt die Ausmaße der Höhle bestaunen: geschätzt 30-50 m breit und 10 bis 35 m hoch; einfacher atemberaubend. Verschiedenste Steinformationen in unterschiedlichen Farben, Formen und Größen, eine Fledermaus und nur selten entgegenkommende Boote sahen meine Augen.Zwischendurch mussten wir immer wieder absteigen um kleine Stromschnellen oder Sandbänke zu überwinden.

Doch da: Licht am Ende des Tunnels. Durch eine 90 º-Rechtskurve erreichten wir wieder die Oberfläche. Auf dem Fluss ging es einige hundert Meter durch Natur bevor wir anlegten. An der Anlegestelle gab es ein paar hölzerne Ladenstände und unsere speisenden Bootsführer. In der Höhle wehte uns ein frischer Wind entgegen, jetzt brannte die Mittagssonne.

Nun ging es die 7 km in Flussrichtung zurück – es sollte schneller gehen. Wieder in gemischter Zusammensetzung und auf einem anderen Boot reiste die Reisegruppe zurück. Wieder genießen der gigantischen Höhle, des klaren kalten Wassers bei Verlassen des Bootes, und beinahe wieder an den blanken Felsen verletzt. Alles nichts für bequeme und ungelenke Menschen. 2 h und mit Gänsehautgefühl später wieder das Tageslicht.

Fotos habe ich sicherheitshalber keine geknipst. Während der Fahrt genoss ich einfach nur die Schönheit der Natur. Und fand es interessant, dass der Fluss/die Höhle die kürzeste Verbindung zwischen zwei Dörfern ist. Touristen waren kaum unterwegs; zu abgelegen ist diese Gegend für den Touristenstrom; gut für die Höhle. Mein kritischer Reisegeist hätte dann ein besonderes schlechtes Gewissen gehabt. So wie jetzt, dachte ich, bringt der Tourismus viel für die Dorfbewohner, wie die vielen sich im Bau befindenden Betonhäuser zeigten.

Wieder mit Kamera vereint wurde die nähere Umgebung erkundet. Wir genossen am Fuße der Höhle ein Mittagessen und badeten anschließend im sauberen Wasser. Ein natürlicher Strand und ein großer Felsen luden zum längeren Verweilen ein. Ein wahrlich schöner Tag! Die Fahrt, der Eintritt für das Gebiet beliefen sich auf preiswert 7 €. Andernorts wäre das zehnfache fällig gewesen. Ich kann die Höhle nur weiterempfehlen, hoffe aber, dass sie ihren ursprünglichen Charakter nicht verliert.

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