Roadtrip-Gefühl durch längsten Tunnel und endlose Landschaften

Frisch angezogen konnte noch eine kleine Restetappe vom Parkplatz angetreten werden. Durch den Regen fuhren wir noch 1,5 Stunden. Das Tagesziel war Voss, wo die Jugendherberge an einem ruhigen See liegt. Am nächsten Morgen genossen wir das reichhaltige Frühstucksbuffet. Der geräucherte Lachs und der brunost (Braunkäse mit süßlichem Geschmack) waren ebenso ein Genuss, wie die anderen Köstlichkeiten. So etwa reichhaltiges waren wir garnicht mehr gewohnt.

Das Navi war der Wegweiser, auch wenn eine große Faltkarte vorhanden war. Und an diesem Morgen wurden wir überrascht: Kurz nach der Abfahrt fuhren wir in einen Tunnel. Etwas unvorbereitet stellten wir fest, dass es der längste Straßentunnel der Welt ist: Fast 25 km durch hartes Gestein zieht sich der Lærdalstunnel. Nach einer Weile wurde es monton, darin zu fahren. Drei große Hallen waren bunt beleuchtet, sodass man sich etwas hätte ausruhen können.

Inzwischen war man leicht abgestumpft und konnte die Aus- und Ansichten garnicht mehr ganz genießen – satt, sozusagen. Trotzdem sahen wir ein paar weitere grandiose Wasserfälle. Das Navi leitete über abenteuerliche Routen. Auf der einen ging es sehr steil über bisher schlimmste Serpentinen nach oben. Ohne die Ausweichstellen war es teils schwierig, wenn sich zwei Autos kreuzten. Zwischendurch kam ein leichter Geruch nach verbrannten Plastik im Auto auf. Eine Abkühlungspause vertrieb den uns unerklärlichen Geruch.

Oben wurde an einem automatischen Mauthäuschen bezahlt. Danach ging es mit immensem Weitblick abwärts. Auch wenn uns Zweifel kamen, ob es der Richtige weg war, genossen wir die Sicht. Die Straße endete, über eine Hochebene (wieder mit Schnee, und diesmal mit viel Nebel) folgte, bevor wir später wieder auf angenehmeren (sprich weniger Lenken, Schalten und Langsam fahren) Straßen fuhren. Immer noch haben wir auf der bisherigen ganzen Route seit dem Verlassen von Kristiansand keine feste Ampel gesehen. Mit Kreisverkehren regulierte sich der Verkehr von selbst.

Als wir jedoch die Europastraße 6 erreichten, änderte sich dies genauso wie die Landschaft. Weite dünn bewachsene Wälder, seichte Steigungen und weite Landschaften passierten wir. Einige größere Städte mit eben Ampeln ebenso. Spätestens hier kam richtige Roadtrip-Stimmung auf, da die zweistreifige Straße viel geradeaus verlief. Die Radiosender änderten sich gelegentlich, aber eine Sache blieb konstant: Das norwegische Radio spielt gelegentlich ein Lied, damit die Sprecher Luft schnappen können. Der Sprechanteil ist deutlich höher. Schade für uns, die leider weig verstehen und etwas Musik gebrauchen konnten.

Aber so blieb etwas Zeit für das Kennenlernen. Mein Mitfahrer war nebenbei bemerkt ein ehemaliger Mitbewohner aus der Wohngemeinschaft. Inzwischen nahm auch in diesen nördlicheren Gefilden die Anzahl der Touristen ab. Vormals viele deutsche Kennzeichen prägten das Bild. Gegen Abend war es schließlich geschafft. Trondheim kündigte sich an. Über ungewohnt städtische Straßen erreichten wir den Parkplatz des hiesigen Studentenwerkes.

 

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