Große Begeisterung über Vorlesungen sowie Spagat Freizeit und Universität

In der weiteren Wochenverlauf war die Sonne weiterhin überraschend konstant und kräftig am Scheinen. Das erlaubte es bspw. Beachvolleyball auf dem hiesigen Feld zu spielen oder draußen ein Barbecue zu halten. Abends bot das Aktivitätenhaus wieder Spielmöglichkeiten an – oder von den Mitarbeitern des Studentenwerks selbstgebackene und preiswerte vafler (Waffeln). Als Belag war wahlweise Jogurt-Creme mit jordbærsyltetøy (Erdbeermarmelade) oder brunost (Braunkäse mit süßlichem Geschmack) dazu erhältlich – lecker.

Interessantes erlebte ich in den Vorlesung. Statt der Evaluation bei uns, bei der jeder Stundent einen Ankreuz- und einen Kommentarbogen für jede Veranstaltung ausfüllt, läuft dies an der NTNU anders: Es bildet sich eine reference group, die – die Regulatorien wollen es so – möglichst vielfältig gemischt (beide Geschlechter, verschiedene Studienrichtungen) sein soll. Diese wird dann als Kommunikationskanal für Kritik dienen und in Treffen dem Dozenten Rückmeldung.

Am Donnerstag war die letzte „erste“ Vorlesung, der vier Veranstaltungen, die ich dieses Semester besuchen wollte: Energy from Wind and Tidals. Die Vorlesung entpuppte sich als wahre Überraschung. Neben der Theorie über die Mechanik (bspw. Form der Windrad-Blätter) und die Elektrik (Bauart des Generators) haben die Studenten die Möglichkeit, selbst aktiv zu werden. In Teams werden Windräder und Generatoren konstruiert und gebaut. Ein schriftliche Arbeit wird ebenso Teil der Endnote sein wie ein Test der Gesamtkonstruktion im Windkanal sein. Mir gefiel die Ansage, dass das Team gemeinsam eine gleiche Note bekommt. Ein oder zwei Teams der TU Berlin würde genauso am „Wettkampf“ teilnehmen. Letztes Jahr gewann solch eine Gruppe aus Berlin knapp, wie ein netter Film über die Vorjahresveranstaltung zeigte. In meinen bisherigen Studienfächern konnte ich solch eine praktische Erfahrung bisher nicht sammeln. Das „beste“ war bisher in gut ausgestattetenen Versuchen Messdaten aufzunehmen oder bei meiner Bachelorarbeit ein Thema in einem kleinen Experiment und einer Simulation zu bearbeiten.

Am Abend dieses Tages trafen wir uns zu einer Besprechung. Wir sprachen über den anstehenden Wochenend-Ausflug. In vorangegangen Gesprächen überlegten wir uns etwas für die freie Zeit. Ich verspürte einen Drang, etwas an den anstehenden Wochenenden zu unternehmen – solange es hell und warm ist. Zum Glück fanden sich nette und kompetente Austauschstudenten, welche gemeinsam den Trip unternehmen wollten. Acht sagten diesem kleinen Wochenend-Roadtrip zu. Letzte Details wie Verpflegung, die Fahrt, der Zeitplan wurden diskutiert.

Dieses Wochenende war nicht die einzige mögliche Freizeitbeschäftigung. In Moholt, meinem Studentendorf, gibt es zahlreiche sogenannte basements (Keller). Jeder Keller wird von einem Fachbereich bzw. einer Studienrichtung betreut. In dem Keller zur angewandten Physik und Mathematik konnte der Kontakt zu lokalen Studenten hergestellt werden. Bei all den möglichen Aktivitäten bot sich damit erneut eine weitere Möglichkeit an seine Zeit zu verbringen. Bisher waren dies das große Sportangebot, Berghütten-Ausflüge, (ehrenamtliches) Engagement in studentischen Organisationen – auch mit dem UKA-Festival, Aktivitäten im Studentendorf von lokalen/Austauschstudenten und viele mehr. Da den Spagat zwischen Freizeitgestaltung und universitärer Ausbildung zu halten, wird eine interessante und anspruchsvolle Aufgabe.

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