Einkaufstour nach Schweden

Die Vorlesungen an diesem Tag waren soweit überstanden. Kurz nach Mittag entstand in der Wohngemeinschaft ein Plausch mit meinen Mitbewohnern. Es entstand die Idee, eine Einkaufsfahrt nach Schweden zu machen. Schnell per Internet alle Informationen beschafft. Dann konnte es losgehen. Per E 6 und E 14 verließen wir die Stadt Richtung Norden bzw. Osten. Wir passierten nette Perspektiven auf den Fjord, Weizenfelder, hügelige Landschaft und unterquerten die Landebahn des nahegelegenen Flughafens. Die Grenze selbst zeigte sich schlicht. Ein Foto war Pflicht, zeigt aber außer Verkehrshinweisen nur Sverige auf blauem Grund umrahmt von den gelben EU-Sternen. Nach ein paar weiteren Kilometern erreichten die kleine Ortschaft Storlien.

Im Supermarkt startete der Einkaufswahn: Große Einkaufwägen erwarteten uns – ebenso wie deutlich günstigere Preise. Norwegen gehört zu den teuersten Ländern der Welt im Bezug auf die Lebenshaltungskosten. Irgendwann wollte ich mal einen nicht repräsentativen Preisvergleich machen. Aber zuerst galt es, sich mit allem nötigen einzudecken. Die Alkoholfreimenge war bekannt. Haltbare wie frische Lebensmittel stapelten sich im Einkaufswagen. Einer meiner Mitbewohner war ganz famos auf das große Fleischangebot – wie ein Kind im Süßigkeitenparadies. Er pflegte einen bedenklich Lebensmittel, der so ziemlich das Gegenteil einer vegetarischen Lebensweise darstellte. Der weitere Mitfahrer amüsierte sich mit mir über diese amüsante Reaktion.

Der Kofferraum war voll und weitere Lebensmittel stapelten sich auf der Rückbank des Wagens. Glücklich über den gestillten Jagdtrieb auf das Essen verließen wir den Supermarkt-Parkplatz. Es schien nicht nach großem Grenzverkehr. Ein paar norwegische Kennzeichen waren auf dem Parkplatz zu sehen, aber insgesamt war es ruhig.

Gut 100 km und anderthalb Stunden später erreichten wir wieder Trondheim. Zur Belohnung des Tages kochten wir zusammen einen Teil des „Jagdgutes“. Fisch gab es bisher reichlich, aber in Norwegen musste sich der heimische Geschmackssinn daran zu gewöhnen, dass Fleisch nicht so verbreitet war. Aber mit dem Abend war auch das Gefühl, dass hier so ein kleiner Teil des gewohnten Alltages fehlt, für den Moment völlig vergessen.

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